Glossar: Begriffe aus dem Mietrecht

Die Begriffe, die in Mietvertrag, Übergabeprotokoll und Kautionsabrechnung immer wieder auftauchen, jeweils kurz erklärt. Mehr zu jedem Thema finden Sie in unseren Ratgebern.

A

Abmahnung
Die förmliche schriftliche Rüge, mit der eine Vertragsverletzung abgestellt werden soll, meist der Schritt vor einer Kündigung.
Abnahme
Die förmliche Übernahme der Wohnung durch den Vermieter beim Auszug, samt Begehung.
Abnutzung
Die Spuren des vertragsgemäßen Wohnens, für die der Mieter nicht aufkommen muss.

B

Bedarfsausweis
Ein Energieausweis, der auf dem rechnerischen Bedarf des Gebäudes beruht statt auf dem tatsächlichen Verbrauch.
besenrein
Geräumt und grob gereinigt, also ausgefegt und ohne groben Schmutz, keine Grundreinigung.
Bestellerprinzip
Wer den Makler bestellt, zahlt ihn, die Provision trägt die Seite, die den Auftrag erteilt hat.
Betriebskosten
Die laufenden Kosten des Gebäudes, die der Vermieter auf die Mieter umlegen darf.
Betriebskostenabrechnung
Die jährliche Abrechnung der laufenden Gebäudekosten gegen die geleisteten Vorauszahlungen.
Beweislast
Die Frage, welche Seite den strittigen Punkt beweisen muss.

E

Eigenbedarf
Der eigene Bedarf des Vermieters an der Wohnung, für sich, für Angehörige oder für den eigenen Haushalt.
Eigenbedarfskündigung
Eine Kündigung, weil der Vermieter die Wohnung für sich, für Angehörige oder für den eigenen Haushalt braucht.
Einwurf-Einschreiben
Ein Einschreiben, das in den Briefkasten eingeworfen wird und einen belegbaren Zustellnachweis hinterlässt.
Einzugsprotokoll
Die schriftliche Aufnahme des Wohnungszustands beim Einzug.
Energieausweis
Der Energieausweis des Gebäudes, der Mietinteressenten vorgelegt werden muss.

G

Gewährleistung
Die Haftung des Verkäufers oder Bauträgers für Mängel; bei einem Bauwerk verjähren die Ansprüche fünf Jahre nach der Abnahme.

H

Härtefall
Die Umstände, die den Auszug unzumutbar machen, etwa hohes Alter, schwere Krankheit oder eine Schwangerschaft.
Hausgeld
Der monatliche Betrag, den ein Wohnungseigentümer an die Eigentümergemeinschaft zahlt.
Heizkostenabrechnung
Die jährliche Abrechnung der Heizkosten, überwiegend nach gemessenem Verbrauch verteilt.

I

Indexmiete
Eine Miete, die sich am Verbraucherpreisindex ausrichtet, statt neu verhandelt zu werden.
Inventarliste
Die Liste der mitvermieteten Möbel und Einrichtung einer möblierten Wohnung, am besten mit Anzahl, Alter und Zustand.

K

Kappungsgrenze
Die Obergrenze dafür, wie stark die Miete im laufenden Mietverhältnis binnen drei Jahren steigen darf.
Kaution
Die Mietsicherheit, höchstens drei Nettokaltmieten.
Kleinreparaturklausel
Eine Klausel, die dem Mieter kleine Reparaturen bis zu einem gedeckelten Betrag auferlegt.
Kündigungsfrist
Die Frist, die zwischen dem Zugang der Kündigung und dem Ende des Mietverhältnisses liegen muss.

M

Maklerprovision
Die Vergütung des Maklers für die Vermittlung der Wohnung.
Mangel
Ein Fehler, der die Wohnung weniger nutzbar macht, als der Vertrag verspricht.
Mangelanzeige
Die förmliche Anzeige des Mieters an den Vermieter, dass ein Mangel vorliegt.
Mietminderung
Die Herabsetzung der Miete, solange ein Mangel besteht.
Mietpreisbremse
Die Begrenzung der Miete zu Vertragsbeginn in angespannten Wohnungsmärkten.
Mietschuldenfreiheitsbescheinigung
Die Bestätigung des bisherigen Vermieters, dass keine Miete offen geblieben ist.
Mietspiegel
Die örtliche Übersicht der üblichen Mieten, an der sich bemisst, was für eine Wohnung normal ist.
Möblierungszuschlag
Der Aufschlag auf die Miete für mitvermietete Möbel; er muss zum Wert der Möbel passen.
Modernisierung
Eine Verbesserung am Gebäude, deren Kosten teilweise auf die Miete umgelegt werden dürfen.

N

Nebenkosten
Die Kosten, die neben der Grundmiete abgerechnet werden.
Nebenkostenabrechnung
Die jährliche Abrechnung der neben der Grundmiete umgelegten Kosten gegen die geleisteten Vorauszahlungen.
Nebenkostenprivileg
Die inzwischen abgeschaffte Regel, nach der Vermieter Kabelfernsehen über die Nebenkosten abrechnen durften.
Nettokaltmiete
Die reine Grundmiete ohne Neben- und Heizkosten.

P

Privaturkunde
Eine private Urkunde; von beiden Seiten unterschrieben hat sie vor Gericht erhebliches Gewicht.
Prüffrist
Der Zeitraum, in dem eine Abrechnung geprüft und beanstandet werden kann.

R

Räumungsklage
Die Klage, mit der ein Vermieter die Räumung der Wohnung durchsetzt.

S

Schaden
Eine Beschädigung, die über die Spuren des normalen Wohnens hinausgeht.
Schönheitsreparaturen
Malern, Tapezieren und ähnliche Arbeiten, die vertraglich auf den Mieter übertragen sein können.
Schriftform
Ein Papierdokument mit eigenhändiger Unterschrift; eine E-Mail genügt dafür nicht.
Schuldanerkenntnis
Die Erklärung, einen Betrag zu schulden, wer sie unterschreibt, hat die Forderung anerkannt.
Sozialklausel
Die Vorschrift, die dem Mieter überhaupt erst das Recht gibt, einer Kündigung zu widersprechen.
Staffelmiete
Eine Miete, die im Vertrag zu festen Zeitpunkten in festen Schritten steigt.

T

Textform
Eine lesbare Erklärung, die den Absender nennt, eine E-Mail genügt, eine eigenhändige Unterschrift ist nicht nötig.

U

Übergabeprotokoll
Das von beiden Seiten unterschriebene Protokoll über Wohnungszustand und Zählerstände bei der Übergabe.
Umlageschlüssel
Der Maßstab, nach dem gemeinschaftliche Kosten auf die Wohnungen verteilt werden.
Untermietzuschlag
Der Aufschlag auf die Miete, den der Vermieter bei einer Untervermietung verlangen darf.

V

Verbraucherpreisindex
Der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Index der Verbraucherpreise.
Verbrauchsausweis
Ein Energieausweis, der auf dem tatsächlichen Verbrauch des Gebäudes beruht.
Vergleichsmiete
Die ortsübliche Miete für vergleichbare Wohnungen, der Maßstab für eine Mieterhöhung.
Verjährung
Der Ablauf der Frist, nach der ein Anspruch nicht mehr durchgesetzt werden kann.
Verzug
Das Zurückbleiben mit einer fälligen Zahlung oder Pflicht.
Vorbehalt
Die ausdrückliche Erklärung, trotz Zahlung oder Annahme auf den Punkt zurückkommen zu wollen.
Vormiete
Die Miete, die der vorherige Mieter gezahlt hat.

W

Warmmiete
Die Gesamtmiete einschließlich Neben- und Heizkosten.
Werbungskosten
Ausgaben, die ein Vermieter steuerlich von den Mieteinnahmen abziehen kann.
Widerspruch
Der förmliche Einspruch gegen eine Kündigung oder eine Abrechnung.
Wohnungsgeberbestätigung
Die Bestätigung des Vermieters über den Einzug, die für die Anmeldung beim Amt gebraucht wird.

Z

Zeitmietvertrag
Ein befristeter Mietvertrag; wirksam nur mit einem der gesetzlich erlaubten Gründe, schriftlich bei Abschluss genannt.
Zeitwert
Was ein Gegenstand heute noch wert ist, im Unterschied zum Neupreis; der Maßstab für Schadensersatz.
Zwischenmiete
Eine Untermiete auf Zeit, während der Hauptmieter weg ist; der Hauptmieter haftet dem Vermieter weiter.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.